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Erfahrungsweg

Am Anfang meiner Ritualarbeit war es eher so, dass ich ein persönliches Ritual sehr spontan beschloss, plante und dann auch umsetzte.
Meine Lebenseinstellung damals würde ich heute als halb-passiv bezeichnen.
Ich sah zwar, dass ich selber aktiv an meinem Leben beteiligt bin, fühlte mich aber durch äussere Ereignisse und Umstände oft massiv in meinem streben behindert.
Meine magische Arbeit zielte folglich darauf, diese äusseren Hindernisse kleiner zu machen und die äusseren Umstände in günstigere Bahnen zu lenken.

Im Laufe der Jahre entwickelte sich meine Arbeit dahingehend, dass ich begann sorgfältiger nachzudenken und zu analysieren.
Gerade die moralischen Aspekte (darf ich dieses Ritual so durchführen, was hat es für Folgen, etc.) spielten für mich dabei eine enorme Rolle und daran, dass bestimmte Dinge einfach ein tabu sein sollte, hat sich auch bis heute nichs für mich geändert.
So wurde daraus irgendwann automatisch ein "muss ich überhaupt das Ritual unbedingt durchführen oder gelingt es mir nicht ebenso gut auch auf einem anderen Weg"?
Es war damals eine Art bewusst angestrebter innerer Reifungsprozess für mich, dahin zu kommen zu sagen "ich könnte aber ich will nicht" - "ich könnte den einfachen, magisch unterstützen Weg gehen aber ich will den normalen, steinigen Weg nehmen".

In dieser Zeit machte ich die Beobachtung, dass am Ende meiner Überlegungen ein Ritual sehr oft gar nicht mehr notwendig war, weil sich die Dinge ganz von alleine genau so gefügt hatten, wie ich es gerne gehabt hätte. Damals stellte ich mir die Frage, ob es sein kann, dass man rein mit dieser intensiven Gedankenkraft, ganz ohne rituelles Drumherum ähnlich viel - oder sogar weitaus mehr - bewirken kann. (Denn meine Ritualerfolge waren nicht durchgängig erfolgreich, die des "planen - haben wollens aber bewusst ablehnens" schon.
Damit sah ich mich aber auf "magischer Front" recht alleine und schob diese Überlegungen erstmal wieder irgendwo in meinen Hinterkopf.

Zu dieser Zeit begegneten mir dann auch gerade die Prophezeiungen von Celestine mit den "Fügungen" und meine Aufmerksamkeit wurde eher darauf gelenkt, aus Erlebnissen meine Lehren zu ziehen, d.h. es anzunehmen wie es eben ist, zu schauen, was nachfolgend daraus wird und es als meine persönliche "Lebensfügung" zu betrachten.
Ich entwickelte eine Lebensweise, die ich heute als durchweg passiv sehe:
"es ist, wie es ist - es kommt, wie es soll und wenn ich es annehme, egal wie schlecht es ist, dann wird es sich am Ende auch zum Guten fügen".

Die früheren Beobachtungen, dass die Dinge sich fügen, legte ich dahingehend aus, dass wenn man sein Leben einfach annimmt, wie es ist, es an irgendeinem Punkt automatisch besser werden muss.
Nur ist das mit dem "annehmen" zwar schön in der Theorie aber in der Praxis wurden meine Hindernisse damals immer massiver, es schien mir fast so, als ziehe ich das Negative nun erst recht an.
Aber immer noch hielt ich daran fest, dass es eben wichtige Lehren sind, ich vielleicht sogar am tiefsten Punkt angelangen soll, um meine schlimmsten Ängste und Befürchtungen zu durchleben und sie somit als "auch das kann man überleben" zu bewältigen.
Zudem war es kein beständiges "abwärts", sondern mehr ein auf-und-ab mit immer massiveren Konfrontationen.

Als ich gerade mal wieder an einem persönlichen Tiefpunkt angelangt war, begegnete mir eine Gruppe von Frauen, d.h. wir waren mehrere Frauen mit ähnlichen Erlebnissen, die sich darüber hinaus so sympathisch waren, dass sich daraus eine feste freundschaftliche Gruppe bildete.
Die Gruppendynamik geht kurz gesagt in die Richtung, sich seine eigenen Anteile im Lebensgeschehen anzuschauen und zu sehen, wie man diese aktiv auflösen kann.
In dieser Gruppe fielen auch Begriffe wie "Die Energie folgt der Aufmerksamkeit" (was ich überhaupt nicht verstand), ich las unter anderem Bücher von Chuck Spezzano (Psychologie der Vision) und lernte die "Schöpferkarten" kennen mit "aha, das klingt alles logisch - aber wie macht man das in der Praxis"-Effekt aber auch der Name "Bärbel Mohr" blieb als irgendwann mal erwähnt in meinem Hinterkopf.

Als es mich vor einiger Zeit mit unbestimmtem Ziel in eine Buchhandlung zog (in meinem Regal stehen ca. 14 ungelesene Romane, es gab keine weltbewegenden "muss ich unbedingt jetzt sofort lesen"-Neuerscheinungen) sprang mich ähnlich wie vor Jahren das "Hexenbuch" ein kleines Büchlein namens "Leide nicht - liebe" an, weil ich zufällig gerade liebte und/aber litt.
Klappentext durchgelesen und "Bärbel Mohr Kommentar, da war doch was" gedacht und stattdessen mitterweile mehrere ihrer kleinen Bücher verschlungen.
Durch ihre einfache Schreibweise und vor allem den "wie man es praktisch umsetzt"-Anleitungen waren sie ein regelrechtes Aha-Erlebnis für mich und zusammen mit Genossen wie Chuck Spezzano und diversen anderen Büchern wie dem leide nicht, liebe Buch (das ich mitterweile gerade lese) ist mir nun vieles endlich bewusster